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Book-Review
MonstroCity
Review | written by Hazard | 26.08.2010
Autor: Jeffrey Thomas
Für mich schon fast "Regiesseur" Jeffrey Thomas hat mich mit meinem ersten "Vollbuch"-Abenteuer wieder in seinen, fast schon unnatürlich guten Bann gezogen. Zuvor hab ich mich mit seiner hervorragenden Kurzgeschichten-Sammlung "Punktown" in die dunkelsten Ecken des gleichnamigen Buches gewagt... und bin mit blauen Flecken davon gekommen! Wie schafft er es seine grotesken Szenen, einfallsreichen Schauplätze samt Figuren immer so bildlich und detailiert in mein Gedankengut zu brennen? Es liegt ihm im einfach in Fleisch und Blut... und davon diesmal eine ganze Menge, bitte!
In "MonstroCity" ist Thomas raffiniertes Spinnennetz gespickt mit allerlei saftigen Delikatessen die H.P. Lovecraft alle Ehre erweisen. Sie handelt von einem Mann (wohl gerade noch Frauenheld statt Held - aber das ändert sich leider schon bald), drei ihm ziemlich nahstehenden Frauen (sie könnten kaum unterschiedlicher von Herkunft und Rasse sein) und die dunklen Mächte des "Necronomicon" die es hier unweigerlich zu Fürchten gilt. Wer jetzt etwas klischeehaftes erwartet, liegt richtig... falsch. Denn aus diesem vermeindlich bekannten Grundplot entwickelt sich - oder soll ich sagen mutiert? - eine zarte Liebesgeschichte und zugleich zartgeklopftes Horror-Abenteuer mit "punktown-würdigen" Sci-Fi-Elementen. Ich sage deshalb "punktown-würdig", weil Thomas sein selbsterschaffenes, wunderbares Zwischengenre immer mit dem gebührenden Respekt behandeln soll - und dies hier auch tut. Brav(o)!
So nimmt sich Thomas in bewährter, lyrischer Raffinesse aber nicht nur die Grenzen seines oder eines anderen entsprechenden Genres an (vergisst den für seine Vergleiche eingeschränkten Genreaufdruck "Horror-Roman"), sondern wühlt sich galant und schonungslos zugleich durch seine immer weiter wachsende, brütende Stadt, die immer wieder zu schlimmen Überraschungen einläd. "MonstroCity" ist so markant und eigenwillig wie ein Carpenter- oder Cronenberg-Film (a la großes Publikum *pah* - das richtige Publikum *ja*) die Ihrem Publikum immer eine (un)gesunde Menge Brechreiz, Spannung und Gewalt servieren ohne auf Verluste zu achten. Jedenfalls beschwört seine Art der Geschichtenerzählung eine schaurig gute Atmosphäre samt Materie daher, die trotz ihrer relativ unrealer Themen (nur für unsere Erde) immer ein Dimensionstor für die realen Problemen unserer Gesellschaft offen lassen. Sei es übertriebener Konsum von (geklonten - hier kopf- und beinlosen) Nahrungsmitteln oder Schundmedien, wachsende Kriminalität oder religiöse Fanatiker... immer bleibt ein Spalt für die wirklich unheimlichen Dinge in unserer eigenen Welt offen.
Und diese neue Dimension: "Lovecraft a la Thomas" sollte man als Insider auf keinen Fall verpassen. Eine packende Genremutationen aus Horror, Science-Fiction und Liebesgeschichte, die einem mehr als nur einmal den Magen umdreht... wären da nicht so viele Schmetterlinge drin. ;)
by Hazard |
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DVD-Quick-Review
9
Review | written by Knaxi | 13.08.2010
Von Tim Burton ("Batman") and Timur Bekmambetov ("Wanted") produziert und von Shane Acker inszeniert bekommt man einen herrlichen Mix aus "Matrix" und "Terminator". Hier ist düstere Endzeit-Action angesagt und die ist keinesfalls für die Kleinen unter uns. Ein Animationsfilm für Fans des Genres und vor allem für die Älteren unter uns. Es ist ein dreckiger Film, der viel Wert auf eine düstere Atmosphäre legt. Und die ist bis zum Schluss gegeben. Auch die Effekte habens in sich.
Diesem Film merkt man sehr stark an dass Tim Burton die Fäden gezogen hat - und dieses mal ist das Einmischen des Produzenten kein Fehler gewesen :-)
by Knaxi
8 / 10
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DVD-Quick-Review
Vengeance
Review | written by Hazard | 12.08.2010
Johnny To's warmherzige Gangsterballade "Vengeance" mit seinen traditionell aussergewöhnlichen Schusswechseln in "poetischer" Zeitlupe übertrifft samt der französischen Kultikone Johnny Hallyday zwar nicht ganz "Exiled", ist aber ebenbürtig mit seiner unkonventionellen Leidenschaft vereinbar, seine Filme wie Blätter voller Gedichte durch sein selbstfabriziertes, kugelgeschwängertes Chaos rieseln zu lassen. Wieder ein echter Geheimtipp, der mit der bekannten To-Besetzung (Wong Chau-Sang and Yam) nun diesen äusserst interessanten Franzosen an der langen Leine hat. Wertvoll!
by Hazard
10 / 10
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DVD-Quick-Review
Rampage
Review | written by Hazard | 12.08.2010
Machen wir uns diesmal nichts vor, egal für welche Seite sich Dr. Uwe Boll persönlich entscheidet, (sehr warscheinlich "Egomane" statt "Weltverbesserer", wie in diesem, seinen interessanten Bollwerk) sein Film bricht finsterste moralische Abgründe auf und versucht diese keineswegs wieder zu schliessen. Der ungeheure Ausgang des "bollischen Amoklaufs" mit seinen kleinen, sarkastischen Momenten kann getrost mit Klassikern wie "Funny Games" mithalten... wenn man möchte und über seine bekannten Makel hinwegsieht! Ist Boll also der neue Gus van Sant, oder simuliert er nur? Kann einem ganz egal sein, denn "Rampage" ist einer der ersten Leistungen die wirklich was hinterlassen.
by Hazard
7 / 10
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Bluray-Quick-Review
Green Zone
Review | written by Hazard | 12.08.2010
Paul Greengrass war schon immer ein exzellenter Verschwörungstheoretiker mit viel praktischer Erfahrung. "Green Zone" bewegt sich auf der Grauzone jenes Handelns der "Amerikaner" das wir all zu gerne medienwirksam um die Ohren geschlagen bekommen wollen. Wer sowieso Fan von Filmen wie "The Kingdom" oder "Syriana" ist wird mit Matt Damon's neuster Mission eine tiefschürfende Wunde entdecken die den wohlwollenden Kräften der USA samt angeblicher Massenvernichtungsvorwürfe des Irak einen ungesunden Schlag versetzt. Schade das man das Ende fühlt, so wäre aus dem moralischen Apell ein noch viel größerer Krater der Empörung entstanden.
by Hazard
8 / 10
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Bluray-Quick-Review
Clash of the Titans
Review | written by Hazard | 12.08.2010
Ein fuliminanter Crashcours oberflächlicher, griechischer Mythologie gefällig? "Clash of the Titans" bietet allen Fans von "Die Mumie" oder "Scorpion King" ein deftige Schlachtplatte unverschämter Klischees samt knusprigen Monstern, und einen Heldenauflauf der in Sachen Tricktechnik schon einen großen Schritt Richtung Olymp macht. Ja was tut man nicht alles für 3D! Natürlich gleicht dieses cineastische "Fastfood" keinem traditionellem "Gyros", aber wohlgemerkt haben wir hier eine gute Priese professioneller und schneller Inszenierung die einem "Herr der Ringe" wenigstens bis and die Knie reichen könnte... wenn man genug Freunde, Spass und Bier mitbringt.
by Hazard
6 / 10
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Bluray-Quick-Review
The Book of Eli
Review | written by Hazard | 12.08.2010
Sicher ist das dieser postapokalyptische Spaß der Hughes Brüder den Geniessern von "Mad Max" und vielleicht "Equillibrium" auf eine sehr gewalttätige Art und Weise die Kronjuwelen schaukeln lässt. Mit Denzel Washington und Gary Oldman sollte für jeden Filmgourmet etwas dabei sein, wenn es heisst "die Wege des Herrn sind unergründlich" und gesäumt mit Blut, Kugeln und sehr schräger Inszenierung von Nah- und Fernkämpfen bei denen gerne mal die Köpfe rollen. Ein düsterer "Neo-Western" mit einer Menge ungehobelter Typen und einem putzigen "Fallout"-Ambiente. Von kitschig, nobel bis einfach nur unterhaltsam gibt es eine Menge zu verdauen.
by Hazard
8 / 10
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DVD-Quick-Review
The Chaser
Review | written by Hazard | 12.08.2010
Unumstritten einer der besten Filme seit "Oldboy" und "Sieben" der das Genre mitveredelt. Wer dieses Meisterwerk garnicht erst sehen möchte, vielleicht da er lieber mit moderner, bequemer Mischkost in Sachen Film und Kunst "gefüttert" wurde, kann sich gerne mit dem "Analogkäse" der neusten "Saw"-Reihe oder anderen nutzlosen "Quäl- und Foltermärchen" abgeben. Ein Schauspielkunststück infiziert mit einer unkonventionellen und gnadenlos guten Geschichte, die in einem nur blanke Wut und Trauer zurücklässt. Das ist wieder mal großes, hässliches Kino aus Südkorea. Das Land das mich immer und immer wieder beeindruckt. Bravo!
by Hazard
10 / 10
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Bluray-Quick-Review
Schwarzer Blitz
Review | written by Hazard | 12.08.2010
Unsere lieben Russen habens im Blut, keine Frage! Nennen wir es der Einfachheit halber "Das perfekte Kinoerlebnis" fürs große Publikum. Erst "Wächter der Nacht" samt Nachfolger, dann "Wanted" und nun etwas konventioneller, nachgemachter aber längst nicht weniger magisch (wenn man zwischendurch mal ein Auge zukneift). Wenn Filme wie "Spiderman" und "Transformers" ein Kindlein bekommen würden, dann wäre es klar der "Schwarzer Blitz". Wir Deutsche hatten unseren "Dudu", Disney seinen "Herbie" und Michael Bay seine "Transformers". Und gerade auch das Spielzeug der Russen birgt den Charme das eben eine besondere Autoklasse mit sich bringt. Ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher das Peter Parker auch einen "Wolga" fahren würde. Die Paralellen zwischen den Filmen sind unheimlich... spassig anzusehen.
by Hazard
8 / 10
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Book-Review
Punktown
Review | written by Hazard | 28.07.2010
Autor: Jeffrey Thomas
Nun gut, Sie kennen Clive Barker... zumindest vom Hören, und vielleicht etwas genauer von den unheimlich großen Portionen "Leiden" die er in seine seelenlos-guten Horrorkunstwerke verarbeitet. Und Sie bewundern natürlich auch Phillip K. Dick, hier hoffe ich doch vom Lesen und Huldigen seiner tiefgreifenden Eindrücke als Science-Fiction Autor, die er in unserer Welt, nein warscheinlich schon im ganzen Universum hinterlassen hat. Beide sind Autoren, die es schaffen uns nach unseren eignen finsteren Abgründen zu sehnen - oder zumindest unsere dunkle Seite zu entfesseln, aber auch nach erlösender Hoffnung und Wissen zu schmachten. Der reine Unterhaltungswert verblasst hierbei schon, denn diese Inhalte gehen meistens ungehindert in Hirn und Gen des Lesers über = DNA-Pflege. Der eine eben sehr "fleischeslustig" und poetisch, der andere sehr zynisch und unerträglich zukunftsweisend.
Apropos Zukunft...
Was ist mit Jeffrey Thomas, diesem jungen, sehr aktiven Autor der mit seiner fiktiven Stadt "Punktown" schon viel mehr als nur ein bisschen Aufmerksamkeit erregt hat? Seine Palette als fantastischer Schriftsteller reicht weit über das übliche Spektrum von Fantasy, Horror und Science-Fiction hinaus. Aber Obacht, seine Energie lässt sich entweder sanft leuchtend in seinen Zwischenzeilen nieder oder brennt sich gnadenlos ins Gedächtnis ein. Aber er legt nicht einfach nur die Drähte der verschiedenen Genres gekonnt zusammen, sondern formt sich seine eigenen, fantastisch-groteske Zukunftsversion seinem überfüllten, alien- und mutantenvereuchten Hexenkessel "Punktown" auf einem Planeten namens "Oasis" der ursprünglich von der Rasse der Chroom bewohnt wurde.
"Punktown" ist eine geheimnisvolle aber auch sehr verruchte Stadt welche vormals "Paxton" genannt wurde, bevor sich aus dem "Zusammenleben" verschiedener menschlicher und ausserirdischer Rassen nur noch ein "Überleben" herauskristallisiert hatte. Und in so einem Ballungsraum, in dem sich sprichwörtlich Menschen und Auserirdische anziehen, vermischen oder meistens einfach nur an die Gurgel gehen, ist eine Kulturkrise so gut wie vorprogrammiert. Und genau diese zarten bis mittelschweren Details persönlicher Denkweisen, Rituale und Vorurteile seziert Thomas in orginellster Weise - übertragbar auf alle heutigen und zukünftigen Ereignisse. Siehe seine Geschichte "Das Spiegelbild von Geistern"... eine sehr zynischer Angriff auf die Macht von Geld und moralischer Abwesenheit auf die Kunst und das immer größer werdende Thema "Klonen". Oder in dieser, "Die Monster" bei der Grenzen der Familienehre überschritten werden, auf einer sehr bizarre aber nicht weniger reale Weise.
Auch filmisch wertvoll?
Absolut! Es ist keinesfalls abwägig zu behaupten das Thomas mit seinen kleinen Meisterstücken etwas von der Aura von Filmen wie "Blade Runner", "Sin City", "Naked Lunch" und feinen Priese "Alien Nation" in einem großen Filmfreund wie mir neu erstrahlen lässt. Dies nur als waage, mir bekannte Vergleichswerke im Bereich Zelluloid. Natürlich vergreift sich seine Fantasie niemals an diesen Originalwerken, sondern gebärt seine eigenen, fantastischen und zugleich wahrlich erschreckenden Inhalte. Der Schreibstil wirkt niemals gekünstelt und aufgesetzt, also das was manch anderer Autor in seinem lethargischen Ruhmgehabe absondert, sondern verliebt sich in makabere Details und Situationen bei denen der Leser selbst sofort Feuer fängt... oder erschaudert - spätestens wenn er bemerkt wie geschickt Thomas mit unseren ureigenen, dunklen Fantasien spielt. Er verbindet nicht nur ungeahnt skurille und schreckliche Wesen, unkonventionelle Situationen und Schauplätze miteinander... nein, seine Fantasie übermittelt jede einzelne seiner Geschichten nicht nur als blasses "Hologramm", das leicht wieder in Vergessenheit gerät, sondern unangenehm detailiert und sehr einprägsam. Wie z.B. in seiner Geschichte "Bibliothek der Leiden". In der ein Ermittler die Bilder (über ein Implantat erhält er eine Art fotografisches Gedächtnis) der Greueltaten mit unzähligen Leichen nicht mehr verkraften kann.
Thomas ist ein Schriftsteller der sich nicht nur passiv mit seinem Beruf befässt, das spürt man schon in den ersten Zeilen seiner Geschichten. Und das ohne seine aktive Ader selbst in exzentrische Höhen oder gar epischen Ausmaßen hochzuhieven. Es sind einfach diese kleinen, dreckigen und unwiederstehlichen Geschichten die einen faszinieren und einen Klassiker ausmachen. "Punktown" ist die originellste und schauerlichste Safari die ich bisher in einem einzelnen Büchlein durchstreifen durfte. Und es bleibt nicht nur bei einem kurzen Aufenthalt, denn diese Stadt zieht einen nicht nur gnadenlos in seinen Bann - nein sie ekelt, überrascht und kritisiert den fehlgeleiteten, menschlichen "Fleischklops" in uns (aber auch und gerade das exotische, ausserirdische Pendant) auf eine Art und Weise die jedem Leser die Haare zu Berge stehen lässt. Thomas schafft es seine poetisch wertvollen, tiefgreifend düsteren und nachdenklichen Geschichten einen solchen Enthusiasmus zu untermischen das sein Gesamtwerk als extrem vielschichtige, ätherische Erscheinung durch unser Universum schwebt... sozusagen. Kommt man ihr allerdings zu nah, und das passiert auf jeden Fall (weil er unsere Neugierde wie schwarzes Loch anzieht) folgen sehr, sehr unangenehme Albträume. Hier schreibt ein Opfer. ;)
Egal welchen Weg Thomas in Zukunft beschreitet, es bleibt immer ein einzigartiges Erlebnis mit "ungeklonter" Abwechslung, mit mehr als nur filmreifen Figuren und Inhalten. Einige Segmente, so finde ich, hätten allerdings schon längst verfilmt werden sollen (so etwas wie ein Cronenberg muss her) und bei anderen ist eine Verfilmung schier unmöglich. Kompliment. Die größte Errungenschaft von Thomas ist, das er sich als Schriftsteller nicht auf eine chirurgische Weise seiner Materie annimmt, sonst würde diese bestimmte Leidenschaft fehlen, sondern er bearbeitet seine "federführende Saat" als ein Künstler, mit tiefgreifender Poesie und orginellen, schaurig-guten Ideen.
Thomas bietet ein wundersames Potpourri über das Leiden, Leben und Lieben von Menschen, Aliens, Robotern und Mutanten. Und nein es handelt sich um keine dieser festgefahrenen, oberflächlichen, klischee-bezuckerten Einblicke in wachsweiche Horrormärchen oder Science-Fiction-Schundromanen, sondern eines fiktiven Ortes voller einzigartiger, kranker, wahnsinniger, religiöser, irrgeleiteter, verruchter und vorallem sehr leidenschaftlicher Individuen (oder eben einzigartiger Klone). Welche Leidenschaft einem da persönlich vorschwebt ist allerdings oft fern jeglicher moralischer Ettikette. Es gibt Stellen da dreht es einem den Magen um. Seine vielseitigen Charaktere, angefangen von Künstlern, Chirurgen, Klonen, Missionarinnen, Gangstern und vielen mehr, sind nicht einfach nur durchschnittliche Figuren für einzigen Zweck (zumindest nicht ausserhalb der Geschichte) auf Papier gepresst, sondern erfüllen durch ihre Fehler, Fehlfunktionen und Fehlbildungen mehrere, unbequeme Ziele oder Denkanstösse die aus "Punktown" eben ein großes, wucherndes Geschwür sehr interessanter "Leidensgenossen" machen.
Bei diesen 15 einfalls- sowie einflussreichen Erzählungen würde man im Bereich Film jedenfalls glatt den Begriff "Episodenfilm" komplett in den Mund nehmen... doch ich darf doch bitten! Hier geniesst man diese kleinen aber sehr feinen Happen in seiner reinen, schmackhafter Leseform mit einer grandiosen Auswahl an denkfähigen Lebensformen, seelenverätzender Rituale und tiefschürfender Moralvorstellungen. Folgt nun also eine Geschmacksexplosion? Ich will doch mal schwer hoffen. Alle Sonnensegel sind jedenfalls gesetzt - für eine "Molekularküche" die allen Variationen von Fleischeslust, Gewalt und anderer unkonventioneller Leidenschaften eine neue, wenn auch erschreckende Form gibt. "Punktown" ist nicht nur sehr empfehlenswert für Geniesser exotischer Lebensformen und Geschichten mit Albtraumgarantie, sondern man spürt das Jeffrey Thomas hier etwas mit seiner ungezähmten Leidenschaft köchelt, das sich in jedem anderen Genre verkriechen und schmackhafte Eier legen kann. Guten Appetit!
Jeffrey Thomas (Leiden-) schafft wirklich erstaunliche Mutationen.
Eine absolute Empfehlung!
by Hazard |
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Sucker Punch
Entertainment - The "Sucker Punch"-Ladies - Wallpaper
wallpaper made by hazard | 23.07.2010 | Click to Download

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Music-Review
How to Destroy Angels
Review | written by Hazard | 09.07.2010
Trent Reznor, ein Mann, nein nennen wir ihn lieber diese unheimliche, aber geniale Maschine hinter der vielseits bekannten Band "Nine Inch Nails" läd unsere nur allzumenschlichen Lauschmuscheln endlich wieder zu einer klangvollen Demontage ein.
"How to Destroy Angels" ist vergleichsweise zu seinen früheren Werken vordergründig etwas weicher, die gesamte Kraft und Wirkung dieses neuen Sounds ist allerdings wieder sehr nachhaltig geblieben. Synthetische Chöre, kastrierte Bässe und diese zarte Priese weiblicher "Zugluft" wirken sehr stimmungsvoll miteinander, keinesfalls gegeneinander. Auch optisch bekommt der erstklassig-düstere "Alternativ-RocksoundBlaster" mit seiner Frau Mariqueen Maandig einen großen positiven Schub, vorallem wenn man sich dem gar köstlichen-finsteren Musikvideo "The Space Inbetween" öffnet. Aber gerade ihre zarte und passenderweise "engelsgleiche" Stimme, die Reznor mit all seinen musikalischen Mitteln (dem unvergleichbaren Taktwerk von skurrilen Tönen aus fast schon Spieleklassikern bis vielleicht "Depeche Mode" entnimmt) zu bändigen und zerschnippeln versucht, klingt unerschüttert durch das zeitweise Gewitter aus verschiedenen Klangdimensionen. Für mich sind "A Drowning", "Parasite" und "The Space Inbetween" jedenfalls schon kleine Meisterwerke.
So eröffnet "How to Destroy Angels" einen vorerst zahmen, musikalischen Kampf zwischen Reznor/Ross (die schon zusammen in "Nine Inch Nails" an ihrer bekannten, hasserfüllten "Maschinerie" gearbeitet haben) gegen den zerbrechlichen Engel - seiner Frau Maandig. Ein eleganter Angriff auf geniesserische Lauscher, der sich bei fast jedem der 6 Titel steigert. Besser gesagt ist wohl "akustisch aufüllt"
und im gleichenbleibendem Tempo ein gänsehaut-reifes Finale bietet. Also nach dem erstem Hören und nun endgültigem Hinhören bin ich mir sicher das auch dieses akkustisches, weibliches "Implantat" Reznor's neuer Band sehr geholfen hat auf eine relativ neuen Schiene zu kommen. Gerade wenn auf diesen Gleisen sein persönlicher Engel steht, den er mit seiner unstoppbaren Klanglokomotive unbedingt zerstören möchte. Hört selbst rein, und lauschet dem Engelchen, während der alte Reznor etwas entgleist - auf eine sehr positive Weise.
How to Destroy Angels | Webpage | http://www.howtodestroyangels.com
8 / 10
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Book-Review
Der Herr der Finsternis
Review | written by Hazard | 09.07.2010
Author: Sergej Lukianenko
Es ist kein Geheimnis das Sergej Lukianenko (einfach prozentual an meiner mickrigen Buchsammlung gemessen) mein Lieblingsauthor ist und auch wohl lange bleibt. Der pfeiferauchende Herr mit dem leichten Waschbärbauch (was bei Schriftstellern ja bekanntlich nicht so unüblich ist - gemeint ist die Pfeife) beflügelt einen mit seinem Dunst aus Weisheit und Ironie immer wieder. Auch in diesem, seinen Werk "Der Herr der Finsternis" das ich, soweit ich googeln kann, nun als Neuauflage erwischt und neuentdeckt habe.
Lukianenko ist bekannt dafür seine "Normalotypen" in scheuslich-gute Abenteuer zu katapultieren um sie dann mit neuentdecktem Stolz und Mut auf ihr eigentlich unvermeidbares Schicksal zu stürzen. Natürlich schafft man das nicht als Edelmann oder gar als Held, sondern nur als Mann oder Kind der Mitte. Am Besten als Russe, der wie jeder andere Staatsbürger seine Laster und Probleme hat! Sich aber seine liebenswerten Laster einzugestehen und direkt auf seinen Protagonisten zu projezieren hatte für mich schon immer etwas Magisches und Lebendiges. Auch hier beginnt die Geschichte mit dem Satz "Die ganze Geschichte passierte eigentlich nur, weil ich krank geworden war". Nie beginnt eine seiner Geschichten weiss und nunja vorgegebleicht, nein immer liegt irgendwo der Hund - in dem Fall die Katze - vergraben. Interessant war für mich nachträglich, das "Der Herr der Finsternis" ein Jugendroman ist, aber auch da viele Spuren seiner wertvoll rebellischen und intelligenten Ader hinterlässt.
"Der Herr der Finsternis" handelt über das nicht nur "augenscheinlich" düstere Abenteuer des Jungen Danka der mit Hilfe eines kleinen und besonderen Partners, der aus sogenanntem "wahrem Licht" besteht, in eine neue Welt gelangt und keine Möglichkeit zur Rückkehr findet. Tatsächlich gibt es in dieser merkwürdigen Welt kein Licht, es wurde "verraten und verkauft". was die ganze Misere noch spannender und schauriger macht. Hier gibt es die guten "Flügelträger" und die bösen "Freiflieger". Der für mich schon natürliche, russische Charme der einstweilig ein bisschen übersättigt und kampflustig durch den Protagonisten wirkt, sollte einen bei diesem Jugendbuch nicht stören. Die Metamorphose vom normalen "Menschenkindlein" zum "Flügelträger" stolpert nunmal nicht, sie fliegt bei knapp über 400 Seiten einfach davon.
Fazit:
"Der Herr der Finsternis" ist eine packende Fantasy-Flugstunde über Freundschaft an verschiedenen Fronten, Vertrauen und Verrat. Passend, aber nicht klischeehaft übertragen auf das Licht, die Dämmerung und die Finsternis. Mit diesem "kleinen Hobbit" oder "Harry Potter" (wie es einem beliebt) a la Lukianenko werden sich selbst die großen "russophilen" Fans der immer etwas quirligen, gegen den Strom schwimmenden, "vodkabetriebenen Schreibmaschine" eine Freude machen. |
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DVD-Review
Surrogates
Review | written by Hazard | 03.06.2010
Wenn man von den lächerlichen Frisuren und Brillen mal absieht hat man an "Surrogates" keine wirkliche Freude. Kein Detail hebt sich von der üblichen, nun schon "basierend auf einem Comic, aber wen interessierts"-Massenware ab, und Bruce Willis wirkt irgendwie mehr als nur verloren in dieser "ich mach auf 'I,Robot'-Held in einer 'Matrix'-ähnlichen Welt. Selbst wenn inhaltlich was über diesem flachen, oberflächlichen Wellengang auf meinen Gedankenschirm flackert, kommt man mit "Gamer" als "digitale Avatarstütze" etwas weiter. Der ist verrückter, einfallsreicher, actionreicher und (vom Standpunkt der Bauteile der Protagonisten) etwas menschlicher. Letzteres darf man bei Neveldine/Taylor natürlich nicht ernst nehmen, weil die Typen einfach talentierte Psychopathen sind.
"Surrogates" ist der klassische "Hollywood-Technikmüll" mit der Extraportion unfreiwillig aufgezwungenem Inhalt, den man aber bei der flauen Gesamtprodukt gleich getrost im Kurzzeitgedächtnis speichern kann. Hey, sogar den dicken Technikfreak, charakterlich aus "Jurrasic Park" entnommen, musste man in das "furiose" Finale kopieren. Innovation vom Feinsten!
5 / 10
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Kristen Stewart
The First Ladies - Kristen Stewart Enhanced - Wallpaper
wallpaper made by hazard | 04.05.2010

Achso... ihr fragt euch, warum gerade Kristen "Twilight" Stewart! Nunja, weil die Dame eigentlich eine ganz nette-danebene Schauspielerin ist und nur das ultimativ Böse es zugelassen hat sie für warmen und langweiligen Dreck mit Vampiren einzuspannen. Mein Auftrag ist erfüllt, nun muss Sie nur nochmal einen beschissenen Award fallen lassen und ich bin zufrieden :P |
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DVD-Review
Defendor
Review | written by Hazard | 28.04.2010
Woody Harrelson ist "Defendor"! Ein selbsternannter, etwas zurückgebliebener und absolut liebenswerter Superheld der sich ungewöhnlicher Methoden bedient, um den hiesigen Gangstern auf die Pelle zu knüppeln. "Nein, nicht der Limonensaft!".
Diese bittersüsse Komödie ist nicht nur dramatisch veranlagt, sondern bietet auch ziemlich unangenehme Einblicke in die freiwillig maskierte Welt eines "echten Helden" mit schlimmer Vergangenheit. Harrelsons beste Rolle, wenn überhaupt mit dem Zusatz: ...seit "Kingpin" und "Natural Born Killers". Und auch ein herber Schlag auf den Schutzdamm zwischen Freude und Trauer der üblichen Klischee-Streifen. Die Mischung wird nicht allen gefallen, schliesslich ist ein Rorschach auch nicht jedermanns Lieblingsheldenfigur... und das ist auch gut so. Mit einem "Woody" in unseren Städten wäre die Welt um einiges angenehmer. Königlich gut, das "Defendor" wie einst "Der blutige Pfad Gottes" die Saat des Rechtschaffens und der Moral im Volk selbst säht. Das bittere Ende macht auch klar, das jedermann ein Held sein kann, wenn man sich mal in die Opfer versetzen würde, oder Qualen selbst miterlebt hat. Also ein echter Held, sogar ganz ohne Schusswaffen.
9 / 10
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DVD-Review
2012
Review | written by Hazard | 23.04.2010
Ob Nostradamus wohl auch vorausgesehen hat, das unser "Spätzle-Spielberg" mithilft irgendwann mal guten Filmgeschmack zu versenken? Eines geht ja bei "2012" gewohnheitsgemäß wieder unter: Das Drehbuch (nicht das ich bei ihm ernsthaft wert darauf legen würde!) und seine klischeebeladenen
Antihelden in Höchstform (selbst wenn es auch ein Herr John Cusack ist). Mich nervt diese blöd-erfolgreiche Mittelstandsfamilie einfach, die selbstverständlich mit Partnern in Scheidung lebend, im Ansgesicht des Weltuntergangs zusammenhält.
Wir brauchen nicht lang drum rum reden, die einzigste Existenzrechtfertigung der Bluray ist der extrem-brachiale Aufakt des Film. Der Rest von "Rolands Arche" 2.0 badet und strandet regelrecht in seichtesten Gewässern. Und ich rede nicht davon das der Film einfach nur grottig ist, es gibt einfach ab dem Punkt bei dem Woody Harrelson als geröteter Marshmallow durchs Gebirge gefegt wird, keine Highlights mehr. Die Luft ist raus, das Boot, pardon der Film mit seiner noch so moralischen Hintergrundströmung kentert mitsamt den üblen B-Movie-Darstellern, in Paaren lustlos zusammengepfercht! Da macht sogar "The Day After Tomorrow" (also die ungepatchte, angenehmere Variante von diesem hier) viel mehr Spass. Apropos Spass, vielleicht wäre es mal sinnvoller Abstand von den ernsten Filmen zu nehmen, Herr Emmerich.
5 / 10
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Book-Review
Kalifornia
Review | written by Hazard | 20.04.2010
Autor: Marc Laidlaw
"Der Wald glitschiger Mißbildungen erhob sich wie etwas das vom Boden des Meeres ausgekotz..." *sender-einstell* "Die ehrwürdige Schwester erkannte einen Peni..." Huch, pardon... da ist mir doch glatt ein Teil der bewusst wirren Einleitung des Buches rausgerutscht. Eure bärtige Majestät ist und war damals schon etwas entsetzt! Aber lasst euch nicht von dem mir gezielt ausgesuchten, vulgären "Feedback" der "Drähte" abstossen, schliesslich will die Mehrheit der Bevölkerung ja genau damit unterhalten werden. Wer allerdings diese "Wellen" bündelt und auswertet sollte einem ein wenig mehr Angst machen.
Das gute, alte Kalifornien ist ja aber wirklich sowas von verrucht und "verdrahtet"! Der gemeine Bürger ("Empfänger") und im Gegensatz sein geliebter, glamouröser Star (natürlich "Sender") bekommt oftmals schon vor der Geburt einen netten Satz "Polynerven" in seinen Körper gesetzt damit ihm sein Publikum über die Patschehändchen bis hin zu seinen ersten genussvollen Pickelausdrücken und danach miterleben kann. Endlich kann man sich regelrecht in seinem Lieblingsdarsteller einnisten, seine Gefühle mitsamt seinem viel lebenswerterem Leben hemmungslos reinziehen. Jediglich während der muffigen Arbeitszeit kann man sich nicht dem Trip durch die unzähligen Sender einklinken. Das Signal jedes "Empfängers" wird noch von den Herrschenden blockiert. Ein ernstes Problem, das "drahtsüchtige" Demonstranten aus lauter Protest schon in den Selbstmord treibt. Doch auch das sollte sich bald ändern... Jedenfalls inszenieren Fernseh- und Filmspezialisten vorwiegend eine schrulligere Familiensendung nach der anderen, dabei werden auch gerne die mehr oder weniger putzigen, gentechnisch nahezu perfekt gekreuzten Tiermenschen, hier seien im Speziellen die Hundwesen alias "Tegen" genannt, die man gerne für Rollen der "animalischen" Bösewichte einstellt. Mensch, wie einfallsreich Hollywood! Aber einige von uns wissen ja selbst wie scharf so ein altes, geldstinkendes Weibchen ist, wenn es mit seinem Hündchen den Boulevard runterdackeln kann, und danach mit ihm nun sogar... ihr wisst schon. Grundlegend bieten die Drähte genau den unglaublichen Schrott den wir uns von meinungs- und musikbildenden Sendern wie "RTL" und "MTV" gefallen lassen, nur eben jederzeit live und unzensiert. Die nächte Stufe?
Die größten Stars dieser "drahtgeschwängerten" Ära waren allerdings auch schon ihre letzten, denn die Familie Figuora und deren Mitglieder haben sich fast alle weniger freundschaftlich von Ihrer Karriere und der berühmten Familiensendung abgespalten. Sie hatten mit ihrem bewährten Konzept "Die Figuoras" das sich rund um familiären Intrigen, Affären und "unser täglich' Krach" als schreckliche und nette Familie so in ihre Rollen vertieft, das sie immer noch nicht aus ihrer lästigen Übung kommt sich weiter selbst vergiftet. Siehe... sowas schändliches wie die "Osbournes" samt viel zu satter, gefakter Familienallüren. Na vielen Dank MTV, du alte Scheisse... aber das ist eigentlich (k)ein anderes Thema!
Lediglich Poppy Figuora bietet mit Ihrem bald neugeborenen Baby noch eine Show direkt aus ihrem Mutterleib inkl. packender Folgesendung "Poppys Flucht". Alles penibel überwacht, mit echten Gefühlen und wenn auch in einem anfangs etwas übertrieben dreckig inszenierten Hotelzimmer, in dem sie die Geburt ihrer Tochter austragen möchte oder muss. Doch genau an diesem Abend wo ihre kleine "Calafia" geboren wird, endet fast schon der letzte "Draht" zur Familie. Denn Larry Starko, ihr vermeindlicher Liebhaber und Produzent verliert bei seiner bzw. ihrer etwas zu gut oder zu schlecht inszenierten Verfolgungsjagd auf der Feuerleiter die Inszenierung aus den Augen und das Baby verschwindet auf einem falschen fahrenden Untersatz, als Poppy es für den ersten Baby-Stunt fallen lässt. Natürlich versucht man die kleine Calafia wieder in seinen "verdrahteten" Laufstall zu bekommen. Aber man bemerkt bald selbst, das dies e neue Kinderstube von einem fürchterlichen Babysitter gemanagt wird. Jedenfalls bietet sich auch der ungeliebte, drogenabhängige Looser pardon Freigeist der Familie Sandy an das Baby zu retten, was nicht dringend mit Wohlwollen aufgenommen wird. Es gab da ein paar Peinlichkeiten, als er noch Sender war. Aber was ihm bei seiner dunklen Wanderung durch das finstere Tal, verrückter Sekten und Fanatiker erwartet, lässt so manch einen (die mit Kapuze beckten) Augen und (wachen, vielleicht auch tierischen) Ohren aufhorchen. Denn bei all dem Irrsinn und der Primitivität, die sich in den verlassenen, religiösen Hintergassen abspielt, wartet nicht nur die dunkle Göttin Kali auf das kleine, zarte Wesen mit den orangefarbenen Augen.
Schon nach dem "Windelwechseln" (Vorwort / Feedback) gibt Laidlaw seinem "Baby" so einen unverschämten Klaps auf die Methapherkiste, das mich seine verdrahtete Welt erstmal blendet und überrumpelt hat. Entwirrt, eher entdrahtet und begeistert hab ich mich langsam und sicher in dem unkonventionellen Weiten der Drähte zurechtgefunden und seine orginelle Struktur wiedermals lieben gelernt. Besonders schön und ausgefallen sind die fast schon besessenen bis melancholischen Momente in der die Spurensuche der Geschwister Sandy und Poppy auf jeweils unterschiedlichen Fährten wie ein kleiner, sandigen Trip durch "Fear & Loathing in Las Vegas" auf einen einwirken. Atmosphärisch mehr als nur dicht, atemraubend bis hin zum Ersticken, könnte man formulieren. Er verpackt alles in ein unglaublich, abwechslungsreiches Mobile aus kompletter Verdrahtung der Menschheit, näher Kaliforniens und einem apokalyptisch angehauchten Niemandsland, das von finsteren Gestalten bewohnt wird, von dem man dann ungehemmt hin und her gezappt wird.
Man spürt, wie auch bei Laidlaws Erstlingswerk "Papis Bombe" das der Wurzel des Übels nicht nur ausserhalb des wildwüchsigen, exotisch-unzivilisierten Zentrums des Weltgeschehens mit all seinen religiösen Wahnsinnigen oder verrückten Einsiedlern steckt, sondern auch das der zivilisierte, sattgefressene Kern selbst das faulste aller Eier ist, und lediglich im hohen Maße Anstand, Moral und Rechtbewusstsein heuchelt. Immer in die Extremitäten, Milady! Denn beide Seiten stehen immer unter einer gewissen Kontrolle und Interessen die wiederum mit den geeigneten, volksverblödenden Mitteln selbst das Steuerrad übernehmen können. Der Meister hinter den Drähten, weiss wie man seine eigene, diktierte Welt geschickt hinter Spezialeffekten und Manipulation verschwinden lässt. Aber natürlich nicht um sie dadurch schöner und gefügiger zu machen, nein gerade in "Kalifornia" sieht man die schönsten Hintergrundtapeten zerbröseln, die Darsteller neigen zu verbitterter Exzentrik und wenn die letzten Barrieren der Kontrolle und Individualität endlich fallen, bleibt dieser nackte (aber sich bald legende) Schrecken zurück, das diese miesen, neuen Medien schon die Überhand gewinnen. Man könnte meinen die ganze TV-verseuchte Menschheit versucht sich mitsamt seinen Gefühle, Ängste und Träume in anderen Menschen auszutoben, wie parasitär! Die Schlußpointe mit dem loyalen gentechnisch-aufgeputschten Seehund-"Hybrüden" Cornelius bringt es grandioserweise auf den Nenner.
Wenn sich Kind und Mutter zum ersten Mal direkt nach der Geburt ansehen und die schmerzhafte Rückkopplung (da beide ja "Sender" sind) in Ihren Körpern beginnt, merkt man schnell das bald nicht nur im Staate Kalifonien die Lichter ausgehen, sondern mit dem moralischen Verfall noch viel größere Mächte auf dem Vormarsch sind. Laidlaw fragt in seiner Satiere natürlich nicht: Wie weit darf man gehen, sondern wie weit kann man gehen... und garniert das ganze noch mit seinen schaurig ausgefallenen Einfällen. "Kalifornia" ist ein bunter Papagei, gezüchtet aus Fieberträumen eines Terry Gilliam ("Brazil") und den sonnengereiften, verdorbenen Genen eines David "Twin Peaks" Lynch. Die Atmosphäre ist kaum anderst einzuordnen. So schnorrend und leichtsinnig wie Hauptdarsteller Sandy, um seinen täglich Keks zu erhalten, zappt er von einer fantasievollen Umgebung zur nächsten Schundkulisse, von einer Extreme in die nächste, umringt von schaurigen Sektierern, irren, vernetzten Seherinnen und einer Mutter, die Ihr Kind in einem tiefen, wellenschlagenden Abschaum von Hollywoods Mediengeilheit und neu dazugewonnener, fataler Religiösität zu finden versucht. Wer denkt, das es einfallsreicher kaum geht, wird bei dieser persönlichen, abartigen "Truman Show" vom "Draht"seil gefegt. Denn der Cronenberg der science-fictionhaltigen Medienkritik am lebendigen Menschen laicht an den ungewöhnlichsten Stellen. Ein echtes Original... das viel zu wenige kennen. |
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Book-Review
Papis Bombe
Review | written by Hazard | 10.04.2010
Autor: Marc Laidlaw
"Half-Life"-Schreiber und Science-Fiction-Author Marc Laidlaw stellt mit "Papis Bombe" ein schrilles und köstlich sarkastisches "Abwehrsystem" gegen den amerikanischen Traum auf. Diese bitterböse "Materie" steckt ihre Nase peinlich weit in ein nahezu komplett überwachtes Familienleben a la "Big Brother" - hier angenehmerwerise "Familienfernsehen" genannt (Jede Familie geniesst abends alle unzensierten Highlights der anderen Familien inkl. aller peinlicher Details), bugverseuchtem Urlaub mit der Familie in etwas ähnlichem wie dem unsbekannten "Cyberspace" (Relaxen ohne lästige Wartezeiten per Autostau, psychedrückender Umweltverschmutzung inkl. Instandhaltung real längst zerstörter Sehenswürdigkeiten usw.) und gentechnisch optimal konfigurierten, ausgeglichenen Familienmitgliedern (Homosexuelle, pflegebedürftige Mongoloide bis hin zum neusten, knurrenden Zuwachs der sich etwas nunja "strahlender" ernährt, aber wie alle anderen seine/ihre persönliche Aufgabe in der Familie perfekt besetzt).
Das eine hier nicht näher genannte "Sekte" ausserhalb der friedlichen Vorstadtidylle ihr Unwesen treibt, deren spezielle Nahrung einem sogar Boulemie schmackhaft macht, bekommt niemand innerhalb dieses amerikanischen Traums mit. Ihr werded röcheln, denn diese Spezialität ist wirklich was besonders! Aber was will man denn mehr in diesem schönen, neuen und kleinen Teil Amerika als eine hermetisch wundervoll von der Aussenwelt abgesicherte Vorstadtsiedlung, deren Bewohner sich frei (per diverser versteckter Sicherheits- und Waffensysteme) aufrüsten können! Genaugenommen weiss zwar selbst unsere Vorzeigefamilie Johnson, die sich gerade einen kleinen Garagenatomreaktor gegönnt hat (um angeblich unabhänig von bisherigen Energieversorgung zu sein) vor wem sie sich wirklich schützen soll. Aber das ist für einen patriarchischen Familienvater, der seine Familie zusammenhalten will, sowas von zweitrangig. Er will einfach, wie jeder Amerikaner: Frei, erfolgreich und unantastbar vor jeglichem inneren und äusserem Terror sein und absolute Vorbildfunktion inne haben... und das bitte noch bevor seine nächste "Akzelerationsbehandlung" ihn zu einem fiesen "Opa" macht (Jaja, unwirtschaftliche Lebensabschnitte werden einfach übersprungen und Platz für neue Konsumenten gemacht). Wäre jetzt nur nicht die Konkurrenz - die Familie Smith - mit ihrem frisch aufgestellten Raketenwerfer im Vorgarten, der "Papi Smiths" Messlatte nicht nur im Lendenbereich schrumpeln lässt sondern auch seine Funktion als "Dorfobermacker" in Frage stellt, dann wäre seine Familie... ja perfekt. Wir reden hier von einem Johnson, einen der Vorreiter der... nunja, eine... ja was genau eigentlich? Denn gerade als sich die vom allseits beliebten Doktor Edison eingeleiteten "Pubertierenden" der Familie mit unangenehmen Identitätsfragen beschäftigen oder durch Mami und Papi damit konfrontiert werden, weicht der vorgegebene Lauf des Systems pardon der Familie eine verbotene Seitenstraße ein, und die dünne Familienfassade fängt zu bröckeln an.
Das von deutscher Seite, irgendwie daneben-designte Cover sollte einem nicht die Stimmung verderben (Ist es eine Rakete? Oder ein Fernglas mit Schläuchen?). Denn das nun schon 25 Jahre alte Buch überrascht mit derart zeitlosen, nein zeitnahen menschlich-und technischen Eigenheiten samt schrägen Köstlichkeiten, die keineswegs mehr sooo utopisch oder eben extrem skurril wirken. Haha, doch schon! Aber der Wahnsinn dieser Welt hat uns ja teilweise schon längst eingeholt! Regierung, Religion und Volksverblödung lassen hier übrigens herzlich grüssen. Der beste Vergleich zum Buch, der mir gerade allerdings nur im Bereich der Musikvideos einfällt (aber alles irgendwie top zusammenfässt), wäre "Pearl Jam's - Do the Evolution". Eine schmuddelig gute, intelligente "Pulp-Science-Fiction" mit der Extraportion realem Irrsinn und zauberhaft, schrecklichen Momenten die prägen. |
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DVD-Review
Whiteout
Review | written by Hazard | 10.04.2010
3 / 10
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Hier gehts zum März 2010... |
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